Nachhaltigkeit ist mehr als Abfallvermeidung und Recycling.
Auf den ersten Blick erscheint ein mehrfach verwendbarer Filter ressourcenschonender als ein Einwegprodukt. Doch die Anzahl der möglichen Einsätze allein erlaubt noch keine Aussage über die tatsächliche Umweltbilanz.
Eine fundierte ökologische Bewertung muss sämtliche relevanten Lebenszyklusphasen berücksichtigen.
Bei aufbereitbaren Sterilfiltern gehören dazu neben Herstellung und Materialeinsatz insbesondere:
- Transport und Verpackung: Sichere Sammlung, Zwischenlagerung, Versand zur Aufbereitung und Rücktransport
- Reinigung und Desinfektion: Einsatz von Wasser, Reinigungschemikalien und Energie, beispielsweise für thermische Verfahren
- Materialien und Herstellung: Membranen, Gehäuse und zusätzliche Konstruktionsmaterialien
- Tatsächliche Einsatzdauer: Möglicher vorzeitiger Austausch bei nachlassender Durchflussleistung
- Entsorgung: Abfallaufkommen und realistische Recyclingmöglichkeiten
Einweg-Sterilfilter benötigen keine zusätzlichen Rücktransporte oder Ressourcen für wiederholte Reinigungs- und Desinfektionsprozesse. Ihre kompakte Bauform kann zudem den Materialeinsatz reduzieren.
Demgegenüber steht die Entsorgung nach einer einmaligen Nutzungsperiode. Auch dieser Umweltaspekt muss selbstverständlich berücksichtigt werden.
Auch die Membrankonstruktion beeinflusst die Ökobilanz: Bei Hohlfasermembranen, die häufig Verwendung bei Mehrwegfiltern finden, müssen zahlreiche feine Fasern durch ein sogenanntes Potting-Verfahren dauerhaft im Filtergehäuse fixiert und abgedichtet werden. Dafür werden spezielle Vergussmaterialien, beispielsweise Kunstharze, eingesetzt. Deren Herstellung benötigt zusätzliche Rohstoffe und Energie. Zudem können die fest verbundenen Materialkomponenten die spätere Trennung und werkstoffliche Verwertung erschweren.
Diese zusätzlichen Materialien und Herstellungsschritte müssen deshalb ebenso in die ökologische Gesamtbilanz einfließen wie der Ressourcenverbrauch bei der Wiederaufbereitung.
Ob ein Einweg- oder Mehrwegsystem die bessere Ökobilanz aufweist, lässt sich deshalb nur anhand einer vergleichbaren Lebenszyklusanalyse unter realistischen Einsatzbedingungen beurteilen.
Entscheidend ist die ökologische Gesamtbilanz – einschließlich tatsächlicher Einsatzdauer, Ressourcenverbrauch und sämtlicher Aufbereitungsprozesse.