• 19. Februar 2025

    PFAS-Belastung steigt an

    Gefahr für Mensch und Umwelt
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    Bei Untersuchungen von Meeresschaum an den deutschen Küsten durch die Umweltorganisation Greenpeace im Februar 2025 wurden sehr hohe Konzentrationen von PFAS nachgewiesen. Die Belastung lag mit 160.000 Nanopartikeln pro Liter bis zu 4.000-mal höher als der dänische Grenzwert. Damit setzt sich der Trend der höheren PFAS-Belastungen in aquatischen Umgebungen weiter fort. Allein im Zeitraum von 2018 bis 2022 überschritten 47 – 100 % der Übergangs- und Küstengewässer die jährlichen durchschnittlichen Umweltqualitätsnormen (EQS) für PFOS, einer Stoffgruppe der PFAS.

    Was sind PFAS?

    Bei PFAS handelt es sich um eine Gruppe von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, welche vor allem in der Industrie eingesetzt werden. Sie besitzen besondere wasser-, schmutz-, und fettabweisenden Eigenschaften. Verbraucher kommen mit PFAS durch viele Produkte im Alltag in Berührung. Die Antihaft-Beschichtung von Pfannen, Backpapier, Imprägniersprays, Fast-Food-Verpackungen oder auch Regenjacken enthalten unter anderem diese Substanzen. Die hauptsächliche Aufnahme von PFAS für den Menschen findet über Lebensmittel und Trinkwasser statt. Ähnlich wie Mikroplastik konnten PFAS bereits überall auf dem Planeten nachgewiesen werden – von der Tiefsee über die Polarregionen bis hin zu Blut und Muttermilch im menschlichen Organismus.

    Sind PFAS gefährlich?

    Anders als die derzeit noch erforschten Auswirkungen von Mikroplastik im Organismus, sind die Folgen einer hohen PFAS-Belastung bereits zum Teil erforscht. Die European Environment Agency warnte in ihrem Briefing „Emerging chemical risks in Europe — ‘PFAS’“ bereits im Dezember 2019 vor Gesundheitsproblemen wie Leberschäden, Schilddrüsenerkrankungen, Fettleibigkeit, Fruchtbarkeitsstörungen und Krebs bei erhöhter Exposition mit der sogenannten „Ewigkeitschemikalie“.

    Wie gelangen PFAS in die Umwelt?

    PFAS gelangen, wie auch Mikroplastik, über direkte und indirekte Quellen in die Umwelt. Direkte Quellen sind beispielsweise die Herstellung von Produkten mit PFAS oder kontaminierter Klärschlamm, welcher auf Feldern ausgebracht wird. Zu den indirekten Quellen zählt die Anwendung von Verbrauchsgütern und deren Entsorgung, aber auch die Wäsche von Textilien mit PFAS. Wie der Name „Ewigkeitschemikalie“ vermuten lässt, bauen sich PFAS in der Umwelt kaum bis gar nicht ab – ebenfalls eine problematische Eigenschaft, welche sie sich mit Mikroplastikpartikeln teilen.

    Quellen

    tagesschau; Nick Schader, SWR: “Hoch belasteter Meeresschaum an Nord- und Ostsee”, 03.02.2025
    https://www.tagesschau.de/investigativ/swr/pfas-ostsee-nordsee-100.html (Stand: 19.02.2025)

    Dossier: “PFOS EQS dossier 2011”, 2011
    https://circabc.europa.eu/sd/a/027ff47c-038b-4929-a84c-da3359acecee/PFOS%20EQS%20dossier%202011.pdf (Stand: 19.02.2025)

    European Environment Agency: “PFAS pollution in European waters”, 09.12.2024
    https://www.eea.europa.eu/en/analysis/publications/pfas-pollution-in-european-waters (Stand: 19.02.2025)

    European Environment Agency: “Emerging chemical risks in Europe — ‘PFAS'”, 12.12.2019
    https://www.eea.europa.eu/publications/emerging-chemical-risks-in-europe/emerging-chemical-risks-in-europe (Stand: 19.02.2025)