• Sterilfilter in Geburtswannen

    Wasserhygiene und Sicherheit bei der Wassergeburt

    Wo warmes Wasser, längere Standzeiten und komplexe Leitungssysteme aufeinandertreffen, entstehen auch hygienische Herausforderungen. Im Hinblick auf die Sicherheit und Gesundheit von Mutter und Neugeborenem ist vor allem die Qualität des Wassers in Geburtswannen von entscheidender Bedeutung – insbesondere, weil Mutter und Kind unmittelbar nach der Geburt von Natur aus immungeschwächt sind.

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    In zahlreichen Kliniken und Geburtshäusern in Deutschland stehen Geburtswannen mit einem Fassungsvermögen von etwa 700 Litern Wasser, das für Wassergeburten eine konstante Temperatur zwischen 32 ° und 37 ° Celsius beträgt.

    Keime und Bakterien wie Pseudomonaden und Legionellen haben in dieser sensiblen Phase des Lebens ein leichtes Spiel. Auch Geburtshelfer sind einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass Ärzte, Hebammen und medizinisches Personal die Wasserqualität in Geburtswannen konsequent überwachen und die Wasserhygiene mit entsprechenden Filtersystemen sichern.

    Zur Infektionsprävention für Wassergeburten im klinischen Bereich existieren seit einigen Jahren spezifische Hygieneempfehlungen, die u. a. durch die DGHK (Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene) und die DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) herausgegeben wurden.

    Hygienische Gefahren bei der Wassergeburt

    Unmittelbar nach der Geburt sind nicht nur Neugeborene immungeschwächt, auch für die Mutter stellt der Geburtsvorgang eine Ausnahmesituation dar, in der das Immunsystem weniger leistungsfähig ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass Mutter und Kind bei Wassergeburten einem erhöhten Infektionsrisiko durch Bakterien und Keime ausgesetzt sein können:

    In einer Studie der geburtshilflich-gynäkologischen Abteilung in Sterzing, bei der das Wasser in der Gebärwanne vor (Probe A) und nach der Geburt (Probe B) auf pathogene Keime untersucht wurde, konnten in den A-Proben vor allem Legionellen (29 %), Pseudomonaden (22 %) und Enterokokken (18 %) nachgewiesen werden.

    Nach der Geburt wurde in den B-Proben eine erhöhte Belastung durch coliforme Keime (81 %), Escherichia coli (58 %) festgestellt, was darauf zurückzuführen ist, dass während der Pressphase Ausscheidungen der Mutter in die Gebärwanne gelangen.

    Die weiterführende Studie hat ergeben, dass durch den Einbau eines Filtersystems im Zuleitungsschlauch der Gebärwanne die Kontamination des Leitungswassers mit Legionellen und Pseudomonaden deutlich reduziert werden konnte.

    Ergänzend dazu veröffentlichte der National Health Service (NHS) in Großbritannien im Jahr 2014 eine Warnung, nachdem ein Neugeborenes nach einer Wassergeburt mit Legionellen infiziert war. Ursache war eine mobile Gebärwanne, bei der das Wasser über einen längeren Zeitraum vor der Geburt beheizt vorgehalten wurde.

    Das Deutsche Ärzteblatt berichtet außerdem von einer Analyse der Universitätsfrauenklinik in Verona, bei der Wassergeburten mit Landgeburten verglichen wurden. Im Ergebnis litten die Mütter nach einer Wassergeburt signifikant häufiger unter bakteriell verursachtem Puerperalfieber (5,6 vs. 1,1 %) und auch die Neugeborenen hatten öfter (4,2 vs. 1,5 %) erhöhte Entzündungsparameter (CRP > 5 mg/L).

    Bei der Wassergeburt kann also von dem verwendeten Leitungswasser eine zusätzliche Infektionsgefahr ausgehen. Insbesondere, wenn warmes Wasser über einen längeren Zeitraum vorgehalten wird. Das Infektionsrisiko erhöht sich außerdem, wenn die Gebärwanne unzureichend gereinigte und desinfizierte Zuleitungen aufweist, es zu Biofilmbildung in Armaturen, Schläuchen und Nischen kommt und eine regelmäßige mikrobiologische Kontrolle fehlt.

    Rechtliche Vorgaben und Empfehlungen zur Wasserhygiene bei Wassergeburten

    Aufgrund der Infektionsgefahren haben u. a. die DGHK (Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene) und die DGGG (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe) spezielle Leitlinien und Empfehlungen zur Infektionsprävention bei der Nutzung von Geburtswannen herausgegeben. Daneben gelten auch allgemeine Bundesgesetze, wie z. B. das Infektionsschutzgesetz (IfSG).

    In den DGHK-Leitlinien „Hygienisches Management bei Wasserentbindungen“ geht es einerseits um den Zustrom von Blut, Urin und Fäkalien in das Wasser während der Geburt, andererseits aber auch um das Infektionsrisiko durch mikrobielle Belastung des Trinkwassers aufgrund einer Nachverkeimung im Leitungssystem der Klinik.

    Um das Infektionsrisiko an dieser Stelle zu verringern, wurden die „Anforderungen an den Geburtsraum, die Entbindungswanne und das Wasser“ mit folgenden Empfehlungen in die Leitlinien integriert:

    • Alle Zuleitungen müssen fest installiert sein.
    • Überläufe sind ebenso wie Luftdüsen nicht zulässig.
    • Die Warmwasserzuleitung muss an eine Zirkulationsleitung angeschlossen sein.
    • Wasserleitungen mit Schlauchverbindungen sind nur zu Reinigungszwecken zulässig.
    • Die mikrobiologische Wasserqualität am Einlauf zur Entbindungswanne ist vor Inbetriebnahme sowie vierteljährlich entsprechend der Trinkwasserverordnung und Badewasserqualität nach DIN 19643 zu überprüfen.
    • Die Befunde der Überwachung des Wannenwassers sind zu dokumentieren und aufzubewahren.
    • Bei Beanstandung der Wasserqualität ist vor dem Wasserauslauf ein endständiger Bakterienfilter anzubringen.
    • Die Filter sind gemäß Herstellerangaben zu wechseln und die Nutzungsdauer ist strikt einzuhalten.
    • Alle Reinigungsgeräte sind standardgerecht zu sterilisieren.

    Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat zwar keine eigenständigen Richtlinien ausschließlich für Wassergeburten veröffentlicht – allerdings findet die Wassergeburt in der S3-Leitlinie „Die vaginale Geburt am Termin“ insoweit Erwähnung, dass Empfehlungen für geburtshilfliche Einrichtungen, die Wassergeburten anbieten, ausgesprochen werden.

    Folgende Maßnahmen finden in der Leitlinie Erwähnung: Medizinisches Personal soll ein dezidiertes Protokoll erstellen, unter anderem mit Definitionen von Ausschlusskriterien, Hygiene- und Infektionskontrollmaßnahmen, Maßnahmen zum Schutz des Personals sowie einem Notfallplan im Falle einer Komplikation im Wasser.

    Daneben hat auch die Frauenklinik des Luzerner Kantonsspitals ihre Anweisungen zur Wassergeburt, Infektionsprophylaxe und Kontraindikationen veröffentlicht. Darin heißt es, dass der Wasserzu- und -ablauf sowie feuchte Nischen an Armaturen der Geburtswanne ein potentielles Reservoir für Wasserkeime wie Pseudomonas aeruginosa bergen. Um die Übertragung auf das Neugeborene oder die Gebärende zu verhindern, werden in dem Krankenhaus verschiedene Maßnahmen durchgeführt, u. a. die monatliche Entkalkung der Duschköpfe und Ablaufdeckel sowie das regelmäßige Desinfizieren und minutenlange Durchspülen der Geburtswanne und Duschbrause mit 57 °C heißem Wasser. Einmal jährlich sollen Wasserproben aus dem eingelaufenen Badewasser entnommen und untersucht werden.

    Sterilfilter für mehr Sicherheit bei der Wassergeburt

    Nur Wasser, das Trinkwasserqualität aufweist und frei von pathogenen Mikroorganismen ist, sollte in Geburtswannen eingesetzt werden. Auch bei grundsätzlich einwandfreier Wasserqualität empfiehlt sich der Einsatz von Sterilfiltern als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme.

    Europäische Studien belegen: Durch den Filtereinsatz konnten Legionellen vollständig eliminiert und Pseudomonaden auf minimale Werte reduziert werden.

    Um das Wasser schon vor dem Einlaufen in die Geburtswanne zu filtern, haben wir den Inlinefilter i3 FIVE entwickelt, der durch sein kompaktes Design sicher und einfach in die wasserführende Zuleitung der Geburtswanne installiert werden kann. Er verhindert Infektionen durch wasserassoziierte Erreger und bietet vor allem Schutz für immungeschwächte Personen wie Mutter und Neugeborenes.

    Auch der kompakte Sterilfilter i3 ONE dient der Prävention von Infektionen im medizinischen Bereich und eignet sich als zusätzliche Sicherheitsebene. Er kommt insbesondere da zum Einsatz, wo Waschwasser gehobene Trinkwasserqualität haben muss, z. B. an Handwaschbecken, die von Hebammen benutzt oder an Wasserleitungen, mit denen Babywannen befüllt werden.

    Der Einsatz von Sterilfiltern ist ein wirkungsvoller Baustein zur Infektionsprävention und dient der Sicherheit bei der Wassergeburt und im Klinikalltag.

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